Die besten Beispiele 2009
| Einzelprojekte | Gemeinschaftsprojekte |
| 1. Größtes Solarkraftwerk Südösterreichs | 1. Sulmtaler Huhn |
| 2. Baumhotel | 2. Wertholzsubmissionen Österreich |
| 3. Reaktivierung des Safrananbaus | 3. Kärntner Almheu |
Durch die Zusammenarbeit mit Netzwerk Land wurde heuer zusätzlich der Sonderpreis "Regionale Vernetzung" vergeben. Dabei wurden gelungene Beispiele, die sich durch vorbildliche Zusammenarbeit im ländlichen Raum auszeichnen, gesucht.
| Sonderpreis „Regionale Vernetzung“ |
| Dirndl-Edelbrand-Dörrobstgemeinschaft "Pielachtaler Dirndlprodukte" |
Der Kärntner Landessieger wurde am 16.11.2009 beim Fest der Projekte vom Publikum gewählt.
| Kärntner Landessieger |
| Nockberge Bauernhof-Eis |
Die guten Beispiele 2009
| Einzelprojekte | Gemeinschaftsprojekte |
| 4. Pöllauer Naturparkrasen | 4. Naturwiesensaatgut |
| 5. Wald findet Stadt(t) | 5. Milchhof Sonnenalm - Bäuerliche Schau- und Erlebnismolkerei |
| 6. Frucht und Sinne | 6. ARGE Kärntner Bioweidegans |
| 7. Apfellogo - die Geschenkidee mit Biss | 7. Jauntaler Salamikrone - Jauntaler Salamifest |
| 8. Agrarfoliensammlung | 8. Gailtaler Speck g.g.A. - Naturarena Kärnten |
| 9. Forellen Marzi St.Marein | 9. Steirische Milchstraße |
| 10. Schokolade mit regionalen Waldviertler-Zutaten | 10. Pflanzenöl Wels - Treibstoff vom eigenen Acker |
1. Platz Einzelprojekte: Größtes Solarkraftwerk Südösterreichs
In der Kategorie Einzelprojekte siegt das „Größte Solarkraftwerk Südösterreichs“ von Franz Dorner aus St. Gertraud in Kärnten.
Im Lavanttal auf 1.300 Meter Seehöhe hat Franz Dorner die unbenützten Dächer seiner zwei Hühnerställe zu einem Photovoltaik-Kraftwerk umfunktioniert und hat sich so als Solar-Pionier ein zweites Standbein geschaffen. Sein Solarkraftwerk produziert jährlich auf 1.800 m2 großen Kollektorenflächen 300.000 kWh Strom - das ist Strom für 120 Haushalte, dreimal so viel Strom, wie der landwirtschaftliche Betrieb und der Haushalt verbrauchen. Der produzierte Solarstrom gelangt über eine eigens errichtete Hochspannungsleitung (1,2 km) zu einem Einspeisetarif von 60 Cent/kWh in das öffentliche Netz der Kelag. Die in Strom umgewandelte Sonnenenergie ist eine extrem hochwertige Energieform. Das Solarkraftwerk erspart pro Jahr einen CO2-Ausstoss von 220 Tonnen und liefert somit einen Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit der Umwelt. Der Fortbestand des Betriebes ist durch die zweifache Nutzung der Hühnerställe gesichert – unten Lebensmittelproduktion, oben am Dach Energiegewinnung. Hunderte von Besuchern holen sich am Betrieb Dorner Ratschläge, um auch kleinere Projekte verwirklichen zu können. Das Projekt hat vor allem durch die innovativen Aspekte und den wirtschaftlichen Erfolg überzeugt.
1. Platz Gemeinschaftsprojekte: Sulmtaler Huhn
Der Titel „DAS BESTE BEISPIEL 2009“ geht in der Kategorie Gemeinschaftsprojekte an das Projekt „Sulmtaler Huhn“ von der Sulmtaler Vermarktungs-GmbH aus Grossklein in der Steiermark.
Beinahe ausgestorben, verdrängt von der industriellen Massenproduktion erfährt seit Kurzem das Sulmtaler Huhn eine Renaissance und erobert seinen Platz als begehrtes Geflügel in der guten Küche zurück. Schon im ausgehenden 19. Jahrhundert durfte das Sulmtaler Huhn aufgrund seines wohlschmeckenden Fleisches an Kaiser- und Königshöfen auf keiner festlichen Tafel fehlen. Seit 2004 arbeitet eine kleine Züchtergruppe in der Südsteiermark mit der Universität Marburg und Laibach am Aufbau einer stabilen Herde. Seit 2007 wird das Sulmtaler Huhn am österreichischen Markt zum Kauf angeboten. Nun sind es bereits 15 Landwirte, die sich wieder mit Aufzucht und Mast der Sulmtaler beschäftigen und in der Vermarktungsgemeinschaft organisiert sind. 24 bis 28 Wochen – also 6mal solange wie andere Masthühner – braucht das steirische Edelhuhn, bis es seine unvergleichliche Qualität erreicht. Neben dem Plus an Lebenszeit bekommt es gentechnikfreies regionales Futter, artgerechte Haltungsbedingungen, optimierte Hygienestandards und ein probiotisches Gesundheitsprogramm. Durch das Projekt sehen viele Bauern im südsteirischen Hügelland eine gute Möglichkeit mit einem hochwertigen „Nischenprodukt“ aus ihren kleinen Landwirtschaften ein interessantes Zusatzeinkommen zu erzielen. Die Entscheidung der Jury fiel auf das Projekt „Sulmtaler Huhn“, weil die Sulmtaler Vermarktungs-GmbH durch dieses Projekt die landwirtschaftliche Leistung aufwertet, höheres Einkommen für die Landwirtschaft durch dieses hochwertige Produkt erwirtschaftet, die drei Produkte Sulmtaler Hendl, Sulmtaler Kaiserhahn und Sulmtaler Kapaun erfolgreich vermarktet und dieses regionale Produkt Anklang bei den Konsumenten, der Gastronomie und dem Tourismus findet.
Sonderpreis "Regionale Vernetzung": Dirndl-Edelbrand-Dörrobstgemeinschaft „Pielachtaler Dirndlprodukte“
Der Sonderpreis „Regionale Vernetzung“, bei dem neben den bestehenden Kriterien ein besonderes Augenmerk auf die Zusammenarbeit im ländlichen Raum gelegt wurde, geht an das Projekt „Dirndl-Edelbrand-Dörrobstgemeinschaft – Pielachtaler Dirndlprodukte“. Das Projekt wurde vom Verein Dirndl-Edelbrand-Dörrobstgemeinschaft in Kooperation mit der Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal aus Kirchberg in Niederösterreich eingereicht.
Die Dirndl ist das Symbol des Pielachtals. Sie steht für Urtümliches, Bodenständiges, Dauerhaftigkeit, Qualität, Regionaltypisches und ist fester Bestandteil der Kulturlandschaft des Pielachtales. Die Verarbeitung von Dirndlprodukten erlebte durch die Dirndl-Edelbrand-Dörrobstgemeinschaft in Zusammenarbeit mit der Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal eine unwahrscheinliche Renaissance. Die im Pielachtal landschaftsprägenden Dirndlstöcke mit ihrer hohen ökologischen Bedeutung werden wieder bewirtschaftet, gepflegt und junge Pflanzen neu gesetzt. Die Dirndln selbst werden von den Bauern zu hochwertigen Produkten wie Brand, Likör, Saft und Marmelade verarbeitet. Die Dirndlprodukte finden enormen Absatz und bringen Wertschöpfungssteigerung in der Region. Aufgrund der beispielgebenden Kooperation zwischen Produzenten, Gastronomie und Tourismus wird an dieses Projekt der Sonderpreis „Regionale Vernetzung“ vergeben.
2. Platz Einzelprojekte: Baumhotel
Der zweite Platz in der Kategorie Einzelprojekte geht an das Projekt „Baumhotel“ von Rosa Maria und Johann Schopf aus Kopfing in Oberösterreich.
Fast jeder hatte den Kindheitstraum einmal in einem Baumhaus zu schlafen. Rosa Maria und Johann Schopf ließen diesen Traum verwirklichen. Hoch oben, rund zehn Meter über dem Erdboden, thronen sechs Baumhäuser, die „Baumhotels“. Diese Baumhotels liegen im Herzen des Naturparks Baumkronenweg. Neben der atemberaubenden Aussicht auf den Wald aus der Vogelperspektive bietet jedes Häuschen jeden Komfort. Mit dem Baumhotel im Naturpark Baumkronenweg wurde ein attraktiver Erlebnispark geschaffen, der sprichwörtlich ein Besuchermagnet geworden ist. Dieses Projekt begeisterte die Jury durch den wirtschaftlichen Erfolg, die innovative Idee, die Entwicklung dieses Projektes in ein ungeahntes Ausmaß und, dass das Institut Baumkronenweg/Baumhotel in kürzester Zeit sich zum wichtigsten Impulsträger in der benachteiligten Tourismusregion Sauwald entwickelt hat.
3. Platz Einzelprojekte: Reaktivierung des Safrananbaus in Österreich
Der dritte Platz in der Kategorie Einzelprojekte geht an das Projekt „Reaktivierung des Safrananbaus“ von der ARGE Pannonischer Safran aus Klingenbach im Burgenland.
Auf der Suche nach Alternativen in der landwirtschaftlichen Produktion entstand im Jahr 2005 die Idee, das Projekt „Pannonischer Safran“ ins Leben zu rufen. Safran höchster Qualität soll unter der Regionalmarke „Pannonischer Safran“ den Landwirten eine zusätzliche Einkommensquelle erschließen. Etwa 200.000 Blüten oder 600.000 Narben sind für einen Kilogramm Safran erforderlich. Beim Trocknen bildet sich der für Safran typische Geruch aus. Pannonischer Safran wird langsam und mild getrocknet, damit er sein unverwechselbares, natürliches Aroma entwickeln kann. Pannonischer Safran ist ein so genannter Elegierter Safran. Er enthält nur die Safranspitzen und wird dreimal von Hand selektiert. Ziel der ARGE Pannonischer Safran ist es, hochwertigen Safran unter strengsten Vorgaben von Qualität und Reinheit aus heimischer Produktion anzubieten. Qualität und Reinheit werden durch verantwortungsvolle Pflege der Safrankulturen und intensive Beschäftigung mit der Veredelung des Safrans erreicht. Neben dem Verkauf des Rohproduktes ist in der Folge eine fast unendliche Angebotspalette an Safranprodukten möglich. Die Jury wurde von diesem Projekt überzeugt durch die innovative Idee, das Nischenprodukt Safran als Chance zu nutzen, um für Landwirte ein zusätzliches Standbein zu schaffen.
2. Platz Gemeinschaftsprojekte: Wertholzsubmissionen Österreich
Den zweiten Platz in der Kategorie Gemeinschaftsprojekte belegt das Projekt „Wertholzsubmissionen Österreich“ von den Waldverbänden Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark.
Seit neun Jahren beschreiten die Waldverbände Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark mit der Organisation von Wertholzsubmissionen einen sehr innovativen Weg der Holzvermarktung. Sowohl für die Waldbesitzer als auch für die Holzverkäufer stellt die Wertholzsubmission eine optimale Vermarktung für Werthölzer dar. Dem Waldbesitzer wird durch die Wertholzsubmissionen die Möglichkeit geboten werden, wertvolle Stämme von besonders guter Qualität einer breiten Käuferschicht anzubieten und eine Erlössteigerung zu erreichen. Geeignetes Laub-Wertholz wird vom Waldbesitzer dem Forstberater der Bezirksbauernkammer gemeldet und nach Besichtigung auf den Submissionsplatz gebracht. Bis zu 30 Käufer pro Submission besichtigen und beurteilen das Holz für ihre individuellen Verarbeitungsformen und zahlen dafür Bestpreise. Durch das Projekt kommt es zu einer Bewusstseinsbildung für die Notwendigkeit der fachgerechten Laubholzpflege, einer Hebung des Laubholz-Images und zu einem höheren Einkommenspotential durch die intensive Laubholzbewirtschaftung.
3. Platz Gemeinschaftsprojekte: Kärntner Almheu
Den dritten Platz in der Kategorie Gemeinschaftsprojekt belegt das Projekt „Kärntner Almheu“ von der ARGE Kärntner Almheu aus Oberkärnten.
15 Bergbauern aus dem Mölltal, Lieser- und Katschtal, Gail- und Lesachtal und dem Nockgebiet haben sich zur Arbeitsgemeinschaft Kärntner Almheu zusammengeschlossen. Sie wollen einen Teil ihres Almheus speziell ernten, trocknen, lagern und als hochwertiges Spezialprodukt vermarkten. Almheu wurde immer schon aufgrund der vielen Kräuter als hochwertig befunden. Die Vermarktung von Kärntner Almheu-Produkten ist mittlerweile zu einem wichtigen Standbein für die teilnehmenden Bergbauern geworden. Die Vermarktung des Kärntner Almheus ist aber nicht nur eine lukrative Einnahmequelle, es wird auch die Tradition der Bergmahd weitergeführt und die Vielfalt der Almwiesen wird durch die Mahd unterstützt. Konzept und das große Potenzial der Vermarktung von „Kärntner Almheu“ überzeugte die Jury von diesem Projekt.
Kärntner Landessieger: Nockberge Bauernhof-Eis
Das Projekt Nockberge Bauernhof-Eis wurde am Fest der Projekte vom Publikum zum Kärntner Landessieger gewählt.
Das Nockberge Bauernhof- Eis wird auf dem Bauernhof Huber inmitten der Nockberge nach feinster handwerklicher Tradition erzeugt. Das Eis wird auf Basis der Creme Anglaise aus frischer Milch, selbst erzeugtem Rahm und frischen Zutaten hergestellt. Die Produktion von Bauernhof-Eis entpuppte sich als Marktnische, da die Nachfrage nach „natürlichen Produkten“ besonders in renommierten Betrieben immer größer wird.

APP-Projekthandbuch Ideen & Erfolge 2009
Im Handbuch finden Sie alle guten Beispiele 2009. Es stellt für die tägliche Arbeit eine wertvolle Hilfe dar, wenn man Ideen, Anregungen oder einfach nur konkrete (und funktionierende) Beispiele für bestimmte Zwecke sucht.
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