Rückblickende Analyse des APP
Seit dem Jahr 1999 wurden 636 Projekte beim Agrar.Projekt.Preis eingereicht.
Etwa 40% wurden als Einzel- und 60% als Gemeinschaftsprojekte eingereicht.
Durchschnittlich bewertete die Jury 67% der Projekte als wirtschaftlich erfolgreich.
Erfolgsfaktoren der APP-Projekte
Der Frage, was nun Projekte erfolgreich macht, ist DI Verena Koller in Ihrer Diplomarbeit mit dem Titel: Faktoren für wirtschaftlich erfolgreiche Projekte im ländlichen Raum – eine Rückblickende Analyse des „Agrar.Projekt.Preises 1999 bis 2005“ nachgegangen.
Im Zuge ihres Praktikums betreute Koller den APP 2005. Im Anschluss beschäftigte sie sich mit theoretischen Grundlagen zur Erfolgsfaktorenforschung und analysierte anhand telefonischer Interviews eine repräsentative Stichprobe (n = 80 Projekte) der eingereichten Projekte. Die Analyse der bis 2005 eingereichten Projekte ergab, dass folgende Faktoren für die Gewährleistung wirtschaftlichen Erfolgs ausschlaggebend sind:[1]
~ Stärken/Schwächen Analyse
~ Ressourcenverfügbarkeit
~ Interne Kommunikation
~ Datenverfügbarkeit
~ Einsatz von Eigenkapital
~ Förderungen
~ Wissen um den Erfolg
Erfolgsfaktoren und Tipps
aus Sicht der befragten Projektverantwortlichen.[2]
1. Das Produkt
2. Die Art der Zusammenarbeit und Kooperation
3. Die Zielstrebigkeit und Vision die dahinter steckt
4. Die Beobachtung des Marktes und der eigenen Fähigkeiten
| Ehrliches, positives Produkt |
- Die Qualität der Produkte muss top sein - die Hygiene muss top sein.
- 1.000%ig hinter der eigenen Sache stehen.
- Man muss wirklich verstehen, was man tut und wirklich leben, was man verkaufen will.
- Sowohl das Produkt als auch die Bewerbung des Produktes müssen perfekt sein.
- Ehrlichkeit ist nicht immer einfach – wird vom Kunden aber sehr geschätzt.
- Man soll das umsetzten, was einem wirklich am Herzen liegt und nicht das, was gerade gefördert wird.
- Nichts machen, nur weil es gerade „in" ist.
- Für Kunden muss ein Wohlfühlambiente geschaffen werden - nur verkaufen ist zu wenig.
- Dem Kunden gegenüber mit offenen Karten spielen, was die Herkunft der Produkte betrifft.
| Zusammenarbeit & Kooperation |
- Man darf nicht arbeitsscheu sein.
- Man muss mit KundInnen umgehen können und dabei auch kompromissbereit sein.
- Man braucht sehr viel Flexibilität - meist scheitern Projekte an der mangelnden Flexibilität.
- Fleiß - Hygiene - Flexibilität - sehr gute Kundenbetreuung
- Man muss eine gute Mischung aus handwerklichen Fähigkeiten, praktischem Sinn und Planungsmethoden haben.
- Die Partnerschaft muss funktionieren und der Partner muss vom Projekt genauso überzeugt sein.
- Wenn zuviel Leute mitreden, ist das für ein Projekt nicht gut.
- Man muss Freude an der Arbeit haben.
- Alles so einfach wie möglich halten.
- learning by doing
- Bereitschaft zum „Dazulernen“ muss da sein.
- 100%ige Beteiligung der Kooperationspartner und gemeinsame Verantwortung.
- Sparsam bei der Arbeit - nicht auspowern.
- keine Hierarchien bei Kooperationszusammenarbeit.
- Die Grundeinstellung der Kooperationsmitglieder muss passen, um eine gute Zusammenarbeit zu ermöglichen.
- Die Gruppe die zusammenarbeiten soll, muss stimmen.
- In das Projekt soll das Maximum an Eigenleistung (Zeit) eingebracht werden, damit was weitergeht.
- Klare, nachvollziehbare Entscheidungen treffen.
- Zusammenarbeit verlangt "zuhören können“.
- Nur in der Zusammenarbeit kommt man weiter.
- Man braucht gute Leute – Leute die Positives ausstrahlen – keine Nörgler!
- Es darf bei einer Kooperation keiner über den Tisch gezogen werden.
- Der Vertrag mit dem Kooperationspartner muss sehr gut aufgesetzt sein.
- Aufeinander vertrauen
- Bei einer Gruppe, die zusammenarbeiten soll, steht und fällt alles, mit der Einsatzbereitschaft jedes einzelnen.
- KooperationspartnerInnen nichts vorenthalten, sondern überall Einblick gewähren.
- Miteinander reden, kompromissbereit sein und auch mal andere Lösungen akzeptieren.
- Für richtige Zusammenarbeit mit anderen, darf die Gruppe nicht zu groß sein (4-5 Betriebe reichen schon).
- Aufbau eines Netzwerkes zwischen Land und Stadt ist notwendig.
- die Gruppe, die zusammenarbeitet, muss sich verstehen.
- Man darf sich von anderen nicht zu sehr abhängig machen.
| Zielstrebigkeit & Vision |
- Zuerst genau überlegen und dann das Projekt bis zum Ende durchziehen.
- Wenn das Projekt nicht gelingen sollte, dann muss einem das selbst weh tun. Nur dann setzt man dafür soviel Energie frei, um es wirklich mit aller Kraft durchzuziehen.
- Wenn man von etwas überzeugt ist, dann soll man es auch machen.
- Von Nichts und Niemanden einschüchtern lassen.
- Positiv denken und bei Problemen durchhalten.
- Man braucht viel Ausdauer – die Startphase eines Projektes dauert mehr als zwei Jahre. Nicht verzetteln, sondern sich ein Ziel setzen und nur daran arbeiten.
- Immer und überall Überzeugungsarbeit leisten.
- Es muss gut geplant werden und das Ziel soll visualisiert werden.
- intensiv und viel arbeiten – fleißig dahinter sein
- Begeisterung
- Dinge die man angeht, soll man ordentlich machen.
- Sich auf eine Sache konzentrieren.
- Fleißig sein und immer am Ball der Dinge bleiben.
- Ehrlichkeit, Fleiß, Weiterbildungen
- Sich immer weiterbilden, informieren und beraten lassen.
- Man darf nie den Boden unter den Füßen verlieren.
| Marktbeobachtung & Stärken/Schwächen-Analyse |
- Immer nur das produzieren, was auch gefragt ist.
- Am Anfang sehr genau überlegen, wo die eigenen Stärken liegen und womit man punkten kann.
- Das Projekt nur starten, wenn es auch ohne Förderungen möglich ist.
- Man muss den eigenen Standort, die eigenen Fähigkeiten und die eigenen Produkte genau kennen.
- Zuerst schauen, ob der entsprechende Absatzmarkt für die Produkte überhaupt da ist.
- Nie jemanden anderen kopieren – da hat man nie Erfolg.
- Vorsichtig sein und jeden Schritt genau überlegen.
- Wenn zwei das gleiche machen, dann hat einer immer die Chance, es besser als der andere zu machen.
- weg von Masseprodukten - hin zu Nischenprodukten.
- ndividuell sein - sich ruhig ein bisschen etwas trauen und dennoch dabei Altes erhalten.
- Extravaganz ist gefragt.
- Kommunikationsfähig und sehr offen sein für Neues – aktuell sein.
- Es müssen die eigenen Stärken und Neigungen bekannt sein - denn nur daraus kann was Stabiles werden.
- Es braucht ein gutes Gespür für die Marktsituation.
- Sich gut mit den gesetzlichen Vorschriften auseinander setzten.
- Potentiale der Region stärker ausnutzen.
- Man muss immer aktuell sein, damit man den Kunden immer neugierig halten kann.
- Man muss sich immer eine Hintertüre für Notfälle offen lassen.
- Ein Projekt nie nur von den Projektbeteiligten alleine beurteilen lassen, sondern auch von Querdenkern oder anderen, die nichts mit dem Projekt zu tun haben.
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